Abschlussgottesdienst 2020

Kerstin Eisenhardt | 21.07.2020

Abschlussgottesdienst 2020

Herr, mein Gott, nähme ich die Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich leiten und deine Rechte mich halten. (Psalm 139, 9-10)

Verbunden mit großem Hoffen und Bangen waren die Vorbereitungen auf den Gottesdienst der Absolventen und Absolventinnen des Jahres 2020. Würde er überhaupt stattfinden können? Wie fühlt sich ein Gottesdienst ohne Mitsingen an? Letztlich feierten wir zwei wunderbare Gottesdienste. Musikalisch virtuos unterstützte uns in gewohnter Weise Patrick Schröner. Mariana Fischer beendete mit folgenden Worten ihren Predigttext:

"Alles Gute, ja, das ist es natürlich, was wir euch wünschen. Heißt das, dass alles gut sein muss, was euch in der Welt begegnet? Heißt das, dass alles gerade und wie am Schnürchen läuft? Ganz sicher nicht! Ganz sicher werden nicht plötzlich alle Wege, die ihr gehen werdet eben sein und leicht. Ganz sicher werden euch Hindernisse begegnen. Solche, die ihr ausräumen oder umgehen könnt, aber auch solche, die euch stoppen und vielleicht sogar zu Fall bringen. Ganz sicher trägt jede Entwicklung auch das Risiko des Scheiterns in sich. Das ist sozusagen Preis den ihr zahlen müsst, um frei zu sein. Von den Entscheidungen, die ihr treffen werdet oder bereits getroffen habt, sind sicher manche falsch. Fehler und Scheitern, das klingt doch jetzt sehr negativ. Also vielleicht doch lieber im Haus bleiben? Das Wunderbare an unserem christlichen Glauben ist der ganz besondere Zuspruch den wir von Gott bekommen. Wir glauben an einen Gott, der mitzieht und uns begleitet, aber ohne uns dabei zu fesseln oder einengen zu wollen. Die Jünger, die in ihrem Haus saßen, wurden, so erzählt die Pfingstgeschichte, förmlich von einem frischen Wind aus diesem Haus geblasen. Sie brannten auf einmal dafür, mit Gott neue Wege zu gehen, so ungewiss die auch sein mochten, denn sie wussten sich von seiner Kraft und seinem Zuspruch begleitet, konnten ihn spüren.

Und genau damit sind wir jetzt bei dem Vers angekommen, den sich Frau Diersch und Frau Constantin für euch ausgesucht haben: "Herr, mein Gott, nähme ich die Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich leiten und deine Rechte mich halten". Das spüren zu können, ist es, was wir uns für euch wünschen. Das ist es, was ihr hoffentlich aus euren Jahren an der Evangelischen Regelschule mitnehmt. Das ist es, was wir meinen, wenn wir euch heute "Alles Gute" wünschen: Ihr sollt sicher sein, dass Gottes Liebe, seine Kraft und seine Nähe euch begleiten, wie weit weg von zu Hause und jeglichen anderen Sicherheiten ihr auch sein mögt. Amen"